BREMSEN

Das Thema Bremsen ist bei der 916 ein leidiges. Meines Erachtens aber zu Unrecht. Natürlich machte es zu Beginn der Produktion keinen guten Eindruck, an einem Motorrad für seinerzeit fast 30.000,--DM Gummi-Bremsleitungen zu finden. Aber das hat Ducati 1997 schließlich erkannt und ab Modelljahr 1998 Stahlflexleitungen spendiert. Die SP war bereits bei Erscheinen damit ausgestattet.

Meine erste 916 (95-er Biposto, neu gekauft) hatte nur Gummi-Leitungen. Der Druckpunkt war in der Tat schwammig und man hatte einfach kein gutes Gefühl beim HARTEN Bremsen. Dennoch reichte die Bremsleistung für den Landstraßenbetrieb aus, was aber für ein Motorrad dieser Preisklasse und mit diesem sportlichen Anspruch sicher zu wenig war. Bei der zweiten 916, einer 98-er Biposto waren die serienmäßigen Bremsen schon besser auf Grund der Stahlflexleitungen vorne und hinten. Die aktuelle SP3 lässt für den Landstraßenbetrieb eigentlich keine Wünsche offen (Stahlflex/Gussscheiben/Serienbeläge). Für die Rennstrecke habe ich allerdings noch mit einer Prise "Pumpe" und einer Spur "Beläge" verfeinert (siehe unten).

Jedem Besitzer einer 916, egal welches Baujahr (die Bremse wurde im Laufe der Jahre nämlich zu wenig modifiziert), empfehle ich, statt einer teuren Komplettumrüstung (also Scheiben, Bremssättel, Pumpe) verschiedene Beläge auszuprobieren, denn eine neue Bremsanlage verschlingt ganz schnell einige tausend Euro, und das mit zweifelhaftem Ergebnis. Ich habe schon Leute getroffen, die sich nach Ihrer Umrüstung auf eine komplette Sechskolbenanlage eines namhaften Herstellers gefragt haben, wieso sie für eine nach wie vor mäßige Bremse über 3.000 € ausgegeben haben.

Mein Tipp zum "Aufrüsten":

1. Bei dem alten Modell mit Gummileitung: auf Stahlflex umrüsten (ca. 80.-- €).

2 .Für einen besseren Druckpunkt bei allen Modellen: 19 mm - Radialbremspumpe (Brembo,  Magura, Lucas) satt der serienmäßigen 16er, die Pumpe ist gebraucht für etwa 200-250 € zu haben (neu ca. 350-400 €). Je nach Ausführung ist Eintragung möglich.

 

3. Für mehr Bissigkeit bei den alten Modellen: Auf gebrauchte Gussscheiben der SP statt der serienmäßigen Stahlscheiben umrüsten (hier Vorsicht mit der Auswahl der Beläge: nicht alle sind für Gussscheiben geeignet).

 

4. Im Rennstreckenbetrieb habe ich sehr gute Erfahrungen mit den Sintermetall-Belägen "SRQ" von Lucas gemacht (ca. 75 € für zwei Sätze), die sowohl mit Stahl- als auch mit Gussscheiben hervorragend funktionieren. Man muss lediglich eine Einfahrzeit einkalkulieren. Die Wirkung ist am Anfang teilweise doch sehr stumpf. Aber dann beißen diese Beläge (bei mir in Verbindung mit der 19er Pumpe, Stahlflexleitungen und Gussscheiben) derart zu, dass es eine Freude ist. Man sollte sich aber nicht auf die Lebensdauer der Serienbeläge einstellen. Nach ca. 1.000km Rennstreckeneinsatz ist bei den SRQ Schluss. Trotzdem erreicht man für wenig Geld eine ernorme Bremswirkung. Diese Beläge sollten aber nur auf der Rennstrecke verwendet werden, da hierfür weder eine ABE vorliegt, noch der TÜV seinen Segen gibt und die Wirkung für den Straßenverkehr auch viel zu extrem ist.

 

5. Die nach Aussage einiger Fahrer "finale Lösung" der Bremsenproblematik: Bremszangen und Bremsscheiben der 996 R mit Originalpumpe. Kostet zwar ein "paar Mark" mehr, kann aber eingetragen werden, was bei der größeren Radialpumpe und den besagten Sintermetallbelägen schwierig bis unmöglich ist. Allerdings geht die Umrüstung bei der 916/748 zumindest mit einer Modifikation/Tausch der Gabel (Tauchrohre) einher. Mehr dazu von Tom bei desmoworld.de. Hier klicken: http://www.desmoworld.de/tipps/996/R_Bremse.html